Quantentechnologie für Anwendungen der Zukunft | Research in Baden-Württemberg ready to start

Baden-Württembergische Forschung profitiert vom Konjunkturpaket der Bundesregierung

Die Quantentechnologie gehört zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Hierfür hat die Bundesregierung im beschlossenen Konjunkturpaket ein Förderprogramm in Höhe von zwei Milliarden Euro als Zukunftsmotor in Deutschland vorgesehen. Das große Marktpotenzial, das auf exzellenter Grundlagenforschung in Deutschland aufbaut, soll damit in zukunftsweisenden Anwendungen nutzbar gemacht werden.

Der Forschungsstandort Baden-Württemberg ist auf dem Gebiet der Quantentechnologien strategisch hervorragend positioniert. Führende Forschungseinrichtungen und Institute haben sich u.a. zu einem landesweiten Verbund, dem Kompetenznetz „Quantentechnologie – Baden-Württemberg“ (QTBW) zusammengeschlossen. Neben sieben Landesuniversitäten gehören das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (Stuttgart) und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (Freiburg) zu den Partnern.

„Mit dieser Plattform wollen wir die standortübergreifende Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung im Bereich Quantentechnologien bündeln und den Austausch mit den Hochtechnologieunternehmen in der Region fördern“, erklärt Professor Joachim Ankerhold von der Universität Ulm. Gemeinsam mit Professor Tilman Pfau von der Universität Stuttgart koordinieren sie das Netzwerk. Beide sind Direktoren des Zentrums für Integrierte Quantenwissenschaft und –technologie (IQST), einem Forschungsverbund der Universitäten Ulm und Stuttgart sowie des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart, das zu den führenden im Bereich Quantenwissenschaften in Deutschland gehört. „Die Netzwerkpartner in BadenWürttemberg haben auf fast allen Feldern der Quantenforschung international herausragende Expertise vorzuweisen, so dass die Voraussetzungen ausgezeichnet sind, um im Rahmen des neuen Konjunkturprogrammes der Bundesregierung entscheidend mitzuwirken“ ist Tilman Pfau überzeugt.

Auch die neue Zukunftscluster-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zielt darauf ab, die Schlagkraft regionaler Netzwerke zu nutzen, um aus exzellenter Forschung die Innovationen der Zukunft entstehen zu lassen. Unter den 16 Finalisten der ersten Wettbewerbsrunde wurde als einziges Cluster im Bereich der Quantentechnologie das Projekt QSens, das von IQST Fellow Jens Anders an der Universität Stuttgart koordiniert wird, ausgewählt. Im Mittelpunkt des Zukunftsclusters QSens steht die Quantensensorik, die als eine neue Technologie im Bereich Messtechnik und Sensorik über eine herausragende Empfindlichkeit verfügt und so beispielsweise für die Medizintechnik, die Mobilität und das Feld erneuerbarer Energien einsetzbar ist. Die Bekanntgabe der Zukunftscluster Geförderter wird nach einer sechsmonatigen Konzeptionsphase der Finalisten Anfang 2021 erfolgen. Die Auswahl von „QSens“ ist eine weitere Auszeichnung für die regionale Spitzenforschung in Baden-Württemberg.

Die erfolgreiche Grundlagenforschung und die Ausbildung hochqualifizierter und dringend benötigter „Quanteningenieure“ an den Universitäten seien entscheidend, um das Potential der Quantentechnologie in den verschiedenen Förderprogrammen von Bund und Ländern zur Entfaltung zu bringen. „Gemeinsam im engen Verbund mit der Wirtschaft kann daraus ein nachhaltiger Innovationsschub generiert werden“, so die IQST-Direktoren.

More information:

Dr. Sonja Lebus-Henn (IQST): Tel.: 0731/50-22291, sonja.lebus-henn(at)uni-ulm.de 

www.quantum-alliance.de

www.iqst.org/qtbwnet

www.bmbf.de/de/zukunftscluster-initiative-9195.html